Ein Teil der Teilnehmer bei einem der größten Turniere in Deutschland

Artikel im DK

Gaimersheim (DK) Die Tischtennis-Mannschaft des TSV Gaimersheim hat sich bei der deutschen Pokalmeisterschaft in der Herren-B-Klasse den zweiten Platz gesichert. Im Endspiel unterlag der Landesliga-Aufsteiger dem TTC Eintracht Pfungstadt nach hartem Kampf mit 3:4, freute sich aber dennoch über die Silbermedaille. Bei dem mehrtägigen Turnier hatten in Gaimersheim rund 100 Mannschaften, eingeteilt in drei Kategorien (Verbands-, Bezirks- und Kreisebene), mit Dreiermannschaften um die Titel gekämpft.

Nach einer makellosen Bilanz in den Gruppenspielen (8:0) setzte sich das Team des Gastgebers mit Istvan Kovacs, Peter Vaverka und Ortwin Gierlich im Viertelfinale mit 4:3 gegen den Charlottenburger TSV durch und zog nach einem 4:2 im Halbfinale gegen den FV Wiesental schließlich ins Endspiel ein. Nach Einzelsiegen von Vaverka und Kovacs sowie einem Doppelerfolg von Kovacs/Vaverka stand es 3:3. Im entscheidenden Einzel unterlag dann Gierlich jedoch mit 1:3, so dass der Gesamtsieg an Pfungstadt ging. 

Siegerehrung der Herren Bezirksligen

Sieger in der Herren-A-Klasse (bis Verbandsoberliga) wurden die TTSF Hohberg durch einen 4:2-Endspielerfolg gegen den SC Klarenthal. Bei den Herren C (bis Kreisliga) siegte der SV Bad Peterstal (4:1 gegen SV Eintracht Mendig). In der Damen-A-Klasse sicherten sich die TTF Rastatt durch einen 4:1-Erfolg gegen TTV Ettlingen den Titel. Bei den Damen B (bis Bezirksoberliga) gewann der TuS Sande (4:3 gegen SG Findroff), der Sieg bei den Damen C ging an den TSB Bad Rodach (4:1 gegen TV Langenaltheim).

Ein etwas ausführlicherer Artikel:

Gaimersheim (TSV TT) Es fehlte nicht viel und der TSV Gaimersheim wäre in eigener Halle nationaler Pokalsieger geworden. Im Finale der Herren B-Klasse unterlag das TSV-Team den Hessen vom TTC Eintracht 1962 Pfungstadt hauchdünn mit 3:4. So überreichte BTTV Vizepräsident Gunther Czepera bei der Siegerehrung „nur“ Silber. In puncto Organisation stellte er den Oberbayern dagegen den Meisterbrief aus: „Die Gaimersheimer, allen voran TT-Abteilungsleiter Ortwin Gierlich, der bei den Meisterschaften in bemerkenswerter Doppelfunktion als Spieler und Chef-Organisator unermüdlich im Einsatz war, haben sich mächtig ins Zeug gelegt und alles wunderbar hinbekommen. Die Teilnehmer waren offenkundig sehr zufrieden: Als sich das Helferteam zum Gruppenbild versammelte, kam von den Rängen tosender Applaus, der gar nicht aufhören wollte.“

Ein Teil der Helfer, die unheimlich viel geschafft haben.

Allgemein herrscht bei diesem riesigen Turnier mit mehr als 100 Mannschaften und 500 Sportlern aus ganz Deutschland eine im Tischtennis einmalige Stimmung, die es immer wieder erstrebenswert macht, sich dafür zu qualifizieren. Vor allem die lauten Anfeuerungen bei den Spielen in der Endrunde treiben das Adrenalin enorm nach oben. Aber für die als Helfer eingesetzten Spieler bei den Gaimersheimern war der Pegel über fünf Tage eh konstant hoch. Sie waren fast alle die ganze Zeit in alle Auf-, Um- und Abbauarbeiten eingebunden, waren also immer die ersten in der Halle und mit dem Kopf dauernd bei dem Turnierablauf und kaum beim nächsten Gegner. Wenn dann schon alle anderen Teilnehmer in den Hotels geschlafen haben, mussten die Gaimersheimer noch alles für den nächsten Tag vorbereiten. Das größte Programm absolvierte dabei Peter Vaverka, der in den vier Tagen zwölf Einzel und sieben Doppel bestritt und dazwischen kaum einmal Zeit fand, sich ein wenig auszuruhen. Das ist fast eine halbe Saison in 72 Stunden. Diese Einsatzbereitschaft gekoppelt mit Spaß an der Sache dürfte einmalig sein.

Die Vorrundengruppe beendeten die Gaimersheimer mit 8:0 Punkten, mussten aber bei einem Spielverhältnis von 16:7 gegen große Gegenwehr ankämpfen. Insgesamt bekamen sechs Spieler des TSV Einsätze im Turnierverlauf. U.a. konnte mit Elias Neubauer sogar ein U15 Spieler des TSV in seinem ersten Einsatz bei nationalen Titelkämpfen einen Sieg erringen.

Dann kam aber der große Schock für die Spieler, die selbst in der Turnierleitung an der Auslosung der Oberschiedsrichterin und dem Schiedsgericht teilnahmen. Mit dem Charlottenburger TSV wurde der an drei gesetzte Mitfavorit für das Viertelfinale zugewiesen. Die Berliner verloren überraschend das letzte Gruppenspiel recht deutlich gegen die TTSG Erder und wurden somit nur aus dem zweiten Topf gelost.

Dadurch stand das große Ziel, nach dem Titel 2017 eine weitere Medaille zu erringen, auf Messers Schneide. Es entwickelte sich auch ein entsprechender Krimi. Nachdem Charlottenburg durch die vielen eigenen Zuschauer enorm gepuscht wurde, gingen sie auch mit 3:2 in Führung. Dabei war eine der beiden Niederlagen von Vaverka im gesamten Turnier sehr ärgerlich, weil er im Entscheidungssatz schon mit 8:3 geführt hatte. Aber in den beiden Schlusseinzeln war die Konzentration bei ihm und bei Istvan Kovacs wieder voll da und es reichte knapp zum 4:3 Sieg.

Am Schlusstag wurden die Courts dann noch ein weiteres Mal auf die offiziellen Maße und nur noch zwölf Platten umgebaut. Mit etwas mehr Schlaf als am Vortag nach der Players Party und der Gewissheit einer Medaille startete der TSV überraschend frisch und gewann das Halbfinale gegen die Mannschaft vom FV Wiesental aus dem Schwarzwald mit 4:2.

Das Bild des Turnieres. Viele haben mitgeholfen, aber einige haben bis zur Erschöpfung arbeiten müssen. Im und um den Court herum.

Somit kam es dann auch zu dem im Vorfeld erwarteten Finale gegen die TTC Eintracht 1962 Pfungstadt. Hier waren nun die Hessen als deutliche Favoriten anzusehen und ein klarer Sieg wurde erwartet. Doch auch diesmal überzeugten die Gaimersheimer mit Kampfgeist und die vielen Zuschauer in beiden Lagern brachten richtig Stimmung in die Halle. Das entscheidende Spiel des Wettbewerbs fand bereits beim Spielstand von 1:1 zwischen Kovacs und Schweikert statt. Der TSVler gewann den ersten Satz sensationell deutlich mit 11:2 und lies die Anhänger hoffen. Allerdings merkte man in den kommenden drei Sätzen, dass die Kraft nach einem so langen Turnier nachließ. Sie gingen jeweils mit 11:6 an den Hessen und Kovacs musste sich das einzige Mal bei zehn Turniersiegen geschlagen geben.

Nachdem es dann bis zum 3:3 hin und her ging, zeigte sich, dass der Drehbuchautor dieses Wettbewerbs ein gutes Stück Ironie vorgesehen hatte. Da schon alle Begegnungen in den anderen Klassen entschieden waren, richteten sich alle Augen auf das Spiel von Gierlich, der vor über einem Jahr mit der Bewerbung um das Turnier mit der Arbeit begonnen hatte. Nun war er auch tatsächlich mit Schweikert der letzte Aktive in der Halle und musste auch noch Überstunden schieben. Leider konnte er trotz gutem Spiel gegen seinen deutlich stärker einzuschätzenden Gegner nur den zweiten Satz gewinnen und musste ihm dann zum Gewinn der Deutschen Pokalmeisterschaft auf Bezirksebene gratulieren.

Es herrschte immer eine gute Stimmung bei diesem einmaligen Turnier!!!

Fette BTTV-Ausbeute 

Insgesamt lief es für Bayern richtig gut: Eine Gold und je zwei Silber- und Bronzemedaillen blieben im Freistaat. In der Damen C-Klasse kam es sogar zu einem innerbayerischen Endspiel: Der Bayerische Vizemeister TSV 1860 Bad Rodach eroberte durch ein nur vermeintlich klares 4:0 über den Bayerischen Meister TV Lan­genaltheim den nationalen Thron. Dritte Plätze holten die B-Damen des SV Kirchdorf/Iller II sowie die A-Herren des TTC Wohlbach II.

In der Damen A Klasse (bis Verbandsoberliga) gewann die TTF Rastatt vor TTV Ettlingen, in der Damen B Klasse (bis Bezirksoberliga) gewann die TuS Sande gegen SG Findorff, in der Herren A Klasse siegte TTSF Hohberg gegen 1. SC Klarenthal 1968 und in der Herren C Klasse (bis zur Kreisliga) gewann der SV Bad Peterstal gegen SV Eintracht Mendig.

Gleich nach der Siegerehrung durch BTTV-Vizepräsident Czepera und Bürgermeisterin Mickel ging es dann mit den Aufräumarbeiten los. Die gelieferten sechs Tonnen Material mussten wieder zerlegt, verpackt und an den nächsten Spielort nach Erfurt verschickt werden. Die weiteren unzähligen Materialien, die für das Mammutturnier angeschafft werden mussten, werden wahrscheinlich teilweise gleich wieder im November zum Einsatz kommen, wenn beim DTTB Top48 die besten nationalen Jungen und Mädchen der U18 in Gaimersheim aufschlagen.

Die Hälfte des Materials, genau soviel war auch noch einmal in der anderen Halle.

Abteilungsleiter Gierlich ist stolz auf die Leistungen: „Was das gesamte Team dieses Wochenende geleistet hat, war für viele an, oder auch über der Belastungsgrenze. Dafür gilt es wirklich den größten Dank auszusprechen. Bei dem nächsten großen Turnier werden zwar nicht so viele Helfer benötigt, aber wir wollen die Qualität für die Sportler auch noch weiter steigern. Die Planungen mit dem Ressort Jugendsport des DTTB und Intern werden also bald beginnen.“

Ausblick auf Saison.

Die Aufstiegsmannschaft wird in der Landesliga ein rundum neues Gesicht bekommen. Nur Kovacs und Gierlich werden erhalten bleiben und mit Vaverka muss man nach einigen sehr erfolgreichen Jahren im Spielbetrieb und in der Jugendarbeit einen sehr schmerzlichen Abgang in seine Heimat verkraften. Durch eine deutliche Verjüngung des Teams wird es in der Liga sicherlich schwer werden, aber durch dieses Turnier wird die Abteilung hoffentlich wieder enger zusammengeschweißt, nachdem im letzten Jahr eine gewisse Distanzierung der ersten Mannschaft stattgefunden hatte. Die Fokussierung auf die eigene Jugendarbeit wird weiterhin deutlich im Vordergrund stehen, um Nachwuchs für die Erwachsenenmannschaften herauszubringen.

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