Die siegreiche Mannschaft des TSV Gaimersheim mit Peter Vaverka jun., Christian Wriedt, Ortwin Gierlich und Peter Vaverka sen. (es fehlt Mannschaftskapitän Helge Hütte), Zweiter wurde der FT Preetz (Schleswig-Holstein), den dritten Platz teilten sich die TG Söllingen (Baden) und TTF Altshausen (Würtemberg)

An dem verlängerten Wochenende über Christi-Himmelfahrt spielten an vier Tagen in Fröndenberg / Ruhr über 500 Aktive in 6 Klassen um die jeweilige nationale Pokalmeisterschaft. Der TSV Gaimersheim errang dabei in 7 Runden bei einer Spielbilanz von 28:7 Partien den Titel des Deutschen Pokalmeisters der männlichen Kreisligamannschaften. Der TSV Königsbrunn holte noch einen weiteren Titel bei den Damen nach Bayern. 

Die Vorbereitung auf die Mammutveranstaltung verlief dabei alles andere als gut. Im Vorfeld waren einige Spieler erkrankt und sogar während der Woche noch nahmen zwei Akteure Antibiotika. Dennoch wurden sie noch rechtzeitig halbwegs gesund und durch die fünf eingesetzten Spieler konnten sich alle die Kräfte ein wenig einteilen. Die Bilanzen an dem Wochenende waren: Peter Vaverka jun. 8:2, Peter Vaverka sen. 8:0, Ortwin Gierlich 3:3, Christian Wriedt 1:1, Helge Hütte 1:1 und Doppel 7:0.

Die Gaimersheimer konnten ihrer Setzposition an eins insgesamt ziemlich souverän gerecht werden. Allerdings zeigte sich im Laufe des Turniers sehr deutlich, dass alleine die TTR Punkte keine Aussage über den Ausgang des Spiels zulassen. So musste der an Nummer 2 gesetzte Charlottenburger TSV (Berlin) bereits nach der Vorrunde die Segel streichen und wurde nur Vierter in der Gruppe. Auch der SV Töttelstätt (Thüringen) konnte sich mit dem mit Abstand punktbesten Spieler der Konkurrenz im Viertelfinale überaschenderweise nicht durchsetzen.

Insgesamt waren sehr viele hochkarätige Spieler in der Konkurrenz vertreten. Alleine vier haben schon Erfahrung in der 2. Bundesliga sammeln können. Allerdings stellte sich heraus, dass die große Ausgeglichenheit im Gaimersheimer Team den Unterschied in allen Spielen machen sollte. In der Gruppenphase war lediglich das erste Spiel herausfordernd, weil hier der Lokalmatador vom TTC Ladbergen (NRW) in einer kleinen Nebenhalle mit über 20 Zuschauern große Stimmung und damit auch Druck auf den Favoriten ausüben konnten. Zudem war es auf Grund eines Freiloses das erste Spiel der Gaimersheimer nach der langen Anfahrt. Folglich war der TSV im Gegensatz zu Ladbergen noch nicht im Turnier angekommen und dadurch verlor der ansonsten sensationell Satzverlustfrei agierende Routinier Vaverka sen. seine einzigen beiden Sätze im gesamten Turnierverlauf. Allerdings konnte er das Spiel doch noch herumreißen und die Begegnung ging insgesamt etwas zu klar mit 4:1 an die Bayern.

Die weiteren Partien der Gruppenphase endeten: TTG Rellingen-Egenbüttel (Hamburg) 4:1, TSV Sasel (Hamburg) 4:0 und TV Offenbach-Queich (Pfalz) 4:0.

Ab der Endrunde fanden dann alle Spiele in der Haupthalle statt und dort steigerte sich die Stimmung und der Lärmpegel enorm. Fast jeder Ball wurde von den vielen Zuschauern frenetisch bejubelt und diese bei Tischtennisspielen ungewohnten Unruhe durch die vielen Lärmquellen in der Halle hinterließ seine Spuren. Allerdings wäre es wünschenswert, häufiger solche Zuschauerkulissen beim Tischtennis zu erleben. Eine besondere Belastung waren zusätzlich auch die fast professionellen Vorgaben, die eingehalten werden mussten und die aus den kleineren Turnieren der Region nicht bekannt sind. So mussten bereits am Vorabend die Mannschaftsmeldungen abgegeben werden, die einmal vom TSV sogar falsch war, aber noch rechtzeitig korrigiert werden konnte. Die Schlägertests beeinflussen zusätzlich den Zeitablauf in der Vorbereitung, weil die letzten 30 min vor dem Spiel nur noch der Ersatzschläger zum Einspielen bereitsteht. Im Damen Halbfinale musste beispielsweise eine Spielerin plötzlich mit einem fremden Schläger der Helfer in der Halle spielen, weil ihr Belag als zu Dick beanstandet wurde.

Doch spätestens ab dem Samstagnachmittag waren dann alle Abläufe eingespielt und das Mindestziel zum Erreichen des letzten Tages und somit des Halbfinals – verbunden mit einer sichern Medaille – konnte in Angriff genommen werden. Der TSV musste dann auch im Viertelfinale erstmals zwei Spiele abgeben, weil der Spitzenspieler des TTC Oelde (NRW) Michael Franck aus Frankreich sowohl für Vaverka jun., als auch für Gierlich an diesem Tag zu sicher agierte. Ansonsten wurden die restlichen Spiele aber erwartungsgemäß gewonnen und der Gaimersheimer Abteilungsleiter konnte die Partie in seinem zweiten Einsatz nach je einem gewonnenen Spiel von jedem Akteur zum 4:2 beenden.

Überraschenderweise schieden in dieser Runde allerdings alle Erstplatzierten der anderen Gruppen aus. Somit ergaben sich im Vorfeld kaum erwartete Begegnungen im Halbfinale, mit zwei hohen Favoriten, die sich beide schlussendlich auch sehr klar durchsetzen konnten. Die TG Söllingen (Baden), die sich als größter Außenseiter bis in die Vorschlussrunde kämpfen konnten, versuchte viel mit den Zuschauern, dem Oberschiedsrichter und den Gegnern zu diskutieren, aber der TSV behielt die Konzentration aufrecht und lies sich nicht darauf ein. Schlussendlich wurde es dann ein klares 4:0 für Gaimersheim. Auch das zweite Halbfinale gewann der FT Preetz (Schleswig-Holstein) nach einem 4:1 bereits nach knapp über 70 Minuten und es galt somit für beide Finalisten die zwei Stunden bis zum Endspiel zu überbrücken.

Dies erfolgte allerdings gemeinsam in einer freundschaftlichen Stimmung und entschädigte für das Halbfinale. Auch die Begegnungen waren auf einem hohen Niveau mit einem sehr spannenden Verlauf über drei Stunden. Zunächst gingen die Gegner erwartungsgemäß mit 1:0 in Führung, weil Gierlich als taktische Nummer 2 der Aufstellung, gegen den Spitzenspieler von Preetz zwar mithalten, aber in den entscheidenden Momenten dem Druck doch nicht standhalten konnte. Dann kamen allerdings die einkalkulierten Einzelsiege von Vater und Sohn Vaverka auf die Habenseite von Gaimersheim. Sie konnten ihre Spiele ebenfalls sicher in 3 Sätzen gewinnen. Somit kam es bei der 2:1 Führung zu dem vorentscheidenden Doppel. Hier konnte Gaimersheim im Pokal, wie auch in der Meisterschaft, eine lupenreine Weste vorweisen. Nach dem klaren Gewinn der ersten beiden Sätze kam es, wie so häufig im Doppel, dass der dritte Satz dann verloren ging. Doch die Eingespieltheit der Familie Vaverka zahlte sich aus und der vierte Satz ging mit 11:7 an den TSV. Somit stand es 3:1 und es kamen drei gute Chancen um das Finale zu entscheiden. In der ersten Begegnung der Topspieler ging Vaverka jun. auf Grund seiner TTR-Punkte als leichter Favorit ins Rennen. Allerdings überraschte der Preetzer, indem er fast jeden Ball des Gaimersheimer Abwehrspielers mit harten Schüssen beantwortete und schlussendlich klar mit 3:0 gewinnen konnte. Das nächste Duell auf Augenhöhe verlor dann auch der Gaimersheimer Gierlich in einem sehr spannenden Spiel in fünf Sätzen. Somit kam es zu dem allerletzten möglichen Spiel. Hier jedoch waren die Rollen sehr klar verteilt. Vaverka sen. gewann den ersten Satz zwar nur knapp mit 11:9, bereitete der aufkommenden Hoffnung im zweiten und dritten Satz jedoch mit 11:3 und 11:5 bald ein Ende.

Somit war die Freude und die Erleichterung über den sicherlich größten Erfolg der Abteilungsgeschichte des TSV Gaimersheim riesengroß. Ein ganzes Jahr wurde der Deutsche Pokalmeistertitel als Kür einer einzigartigen Saison angestrebt. Auch die Meisterschaft in der Kreisliga wurde mit einem noch nie dagewesenen Rekordergebnis mit nur 17 verlorenen Einzeln in 18 Saisonspielen gewonnen. Vor allem auch die Jugend konnte im zweiten Jahr des Bestehens überzeugen und bereits die zweite Meisterschaft feiern. Mit Munir Jassem konnte nun auch noch ein weiterer Trainer für die Schul-AG und die kleinsten Mitglieder am Nachmittag gewonnen werden. Dies ist auch noch ein weiterer wichtiger Schritt für die Entwicklung der Abteilung und viele weitere Erfolge.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation